Eine schön gebundene Krawatte kann einen Anzug maßgeblich aufwerten. Der Unterschied liegt oft in den Details: im richtigen Knoten, in der sauberen Symmetrie und in der passenden Länge. In dieser Anleitung zum Krawatte binden zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Krawatte richtig binden kannst.
Warum solltest du deine Krawatte selbst binden?
Eine sauber gebundene Krawatte oder selbst gebundene Fliege ist mehr als nur ein Accessoire für deinen Maßanzug. Sie signalisiert Sorgfalt, Stilbewusstsein und ein Auge fürs Detail. Gerade im Business-Kontext oder bei formellen Anlässen macht das einen subtilen, aber entscheidenden Unterschied.
Wenn du regelmäßig Krawatten bindest, lohnt es sich, mindestens zwei Knotenvarianten sicher zu beherrschen. Mit etwas Übung gehen die Handgriffe schnell in Fleisch und Blut über und du wirst deutlich selbstbewusster auftreten.
Vorbereitung: Bevor du deine Krawatte bindest
Bevor wir mit dem eigentlichen Binden eines Krawattenknotens beginnen, solltest du ein paar Grundlagen beachten. Die richtige Vorbereitung hilft dir dabei, den perfekten Knoten hinzubekommen. Achte auf folgende Schritte, bevor du mit dem eigentlichen Binden beginnst.
- Das breite Ende sollte deutlich länger sein als das schmale.
- Die Krawatte liegt glatt am Hemdkragen an.
- Der oberste Hemdknopf ist geschlossen.
- Der Kragen ist sauber aufgestellt.
Achte außerdem darauf, dass die Krawatte später mit der Spitze etwa auf Höhe des Gürtels endet, denn dann ist sie weder zu kurz noch zu lang.
Krawatte binden: Der einfache Krawattenknoten (Four-in-Hand)
Wenn du nicht viel Erfahrung hast und gerne mit einem einfachen Modell starten möchtest, ist dieser klassische Knoten ideal für dich. Er ist schnell gelernt, leicht asymmetrisch und passt perfekt zu Business-Anzügen sowie schmalen Kragenformen. Der einfache Krawattenknoten gilt als zeitlos und unkompliziert, perfekt für Einsteiger.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Einfacher Krawattenknoten
Stell dich vor einen Spiegel. Das breite Ende der Krawatte hängt rechts und ist deutlich länger als das linke, schmale Ende deiner Krawatte. Nun kannst du starten.
- Lege das breite Ende von rechts nach links über das schmale Ende. Es entsteht ein X direkt unter dem Kragen.
- Führe das breite Ende hinter dem schmalen Ende entlang und bringe es wieder nach vorne. Du hast es jetzt einmal komplett herumgelegt.
- Lege das breite Ende nun vorne quer über die Mitte. Diese Stoffbahn wird später die sichtbare Vorderseite des Knotens.
- Führe das breite Ende von unten nach oben durch die Schlaufe zwischen Hals und Krawatte.
- Stecke das breite Ende anschließend von oben nach unten durch die vordere Schlaufe, die sich gerade gebildet hat.
- Ziehe nun vorsichtig am breiten Ende nach unten und schiebe den Knoten bis an den Kragen. Die Spitze deiner Krawatte sollte ungefähr auf Höhe deiner Gürtelschnalle enden.
Dieser einfache Schlipsknoten eignet sich hervorragend für den Alltag und ist einer der beliebtesten Krawattenknoten. Wenn du diesen Knoten einige Male geübt hast und perfekt beherrschst, kannst du mit neuen Varianten experimentieren.
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Der doppelte Windsor: Elegant und symmetrisch
Der doppelte Windsor ist eine formelle Variante unter den Krawattenknoten. Er wirkt voluminös, symmetrisch und besonders elegant. Er ist ideal zum Hochzeitsanzug, für Geschäftstermine oder feierliche Events. Wenn du dich mit verschiedenen Krawattenarten beschäftigst, ist dieser Knoten ein absolutes Muss.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Doppelter Windsor
Stell dich vor einen Spiegel. Das breite Ende der Krawatte hängt rechts und ist deutlich länger als das linke, schmale Ende deiner Krawatte. Nun kannst du starten.
- Lege das breite Ende von rechts nach links über das schmale Ende (es entsteht ein X).
- Führe das breite Ende von unten nach oben durch die Halsschlaufe und ziehe es nach links herunter.
- Lege das breite Ende hinter dem schmalen Ende nach rechts.
- Führe das breite Ende erneut von unten nach oben durch die Halsschlaufe, diesmal ziehst du es nach rechts herunter.
- Lege das breite Enden nun vorne quer über die Mitte von rechts nach links. Dadurch entsteht die sichtbare Front des Knoten.
- Führe das breite Ende noch einmal von unten nach oben durch die Halsschlaufe.
- Stecke das breite Ende von oben nach unten durch die vordere Schlaufe.
- Ziehe vorsichtig am breiten Ende nach unten und schiebe den Knoten bis an den Kragen. Achte darauf, dass er symmetrisch sitzt.
Der doppelte Windsor steht für Präzision und Präsenz. Sein markanter, symmetrischer Knoten verleiht deinem Outfit eine besonders strukturierte und selbstbewusste Wirkung, ideal für spezielle Anlässe.
Weitere Krawattenknoten im Überblick
Neben dem einfachen Knoten und dem doppelten Windsor gibt es natürlich noch weitere Varianten, wie du deine Krawatte binden kannst. Je nach Anlass, Kragenform und Stoffstärke kann ein anderer Krawattenknoten gewählt werden.
Halber Windsor
Der halbe Windsor ist die etwas schlankere Alternative zum doppelten Windsor. Er wirkt symmetrisch, aber weniger voluminös und eignet sich ideal für Business-Termine oder formelle Anlässe mit mittlerer Eleganz. Besonders gut passt er zu klassischen Kent- oder leicht gespreizten Krägen.
Pratt-Knoten
Der Pratt-Knoten, auch Shelby-Knoten genannt, zeichnet sich durch seine klare, ordentliche Form aus. Er wird „von innen“ begonnen und sorgt für einen mittelgroßen, sehr ausgewogenen Knoten. Diese Variante eignet sich gut für dickere Krawattenstoffe und wirkt modern und strukturiert.
Kent-Knoten
Der Kent-Knoten ist ein besonders schmaler und dezenter Krawattenknoten. Er ist einfach zu binden und ideal für schmale Kragenformen oder leichte Stoffe. Durch sein reduziertes Volumen wirkt er zurückhaltend und passt gut zu minimalistischen Business-Looks.
Häufige Fehler beim Schlipsknoten binden
Auch wenn du weißt, wie man eine Krawatte bindet, schleichen sich schnell kleine Fehler ein. Solche Details und Ungenauigkeiten entscheiden aber darüber, wie dein gesamter Look wirkt. Die meisten Fehler passieren nicht beim eigentlichen Krawattenknoten, sondern bei der Länge, den Proportionen oder dem finalen Ausrichten. Wir zeigen dir, wie du sie vermeiden kannst.
Zu kurze oder zu lange Krawatte
Die richtige Länge der Krawatte ist entscheidend für einen stimmigen Gesamteindruck. Eine Krawatte sollte idealerweise genau bis zur Gürtelschnalle reichen. Sie darf sie leicht berühren, aber nicht deutlich darüber hinausragen.
Ist sie zu kurz, wirkt dein Look schnell unausgewogen und unfertig. Ist sie zu lang, entsteht ein überladener Eindruck, der besonders bei schmalen Anzügen störend wirkt.
Tipp: Wenn du merkst, dass deine Krawatte regelmäßig zu kurz endet, beginne beim nächsten Mal mit einem deutlich längeren, breiten Ende. Die Ausgangsposition entscheidet über das Endergebnis.
Verdrehter oder unsauberer Knoten
Ein häufiger Fehler beim Schlips binden ist ein verdrehter Stoffverlauf. Das passiert oft, wenn man beim Wickeln nicht darauf achtet, dass die Krawatte flach aufliegt.
Achte darauf, dass der Stoff während des Bindens nicht geknickt oder verdreht wird.
Ziehe den Knoten nicht ruckartig fest, sondern langsam und kontrolliert. So behält er seine Form und wirkt sauber. Gerade bei strukturierten oder gemusterten Stoffen fällt ein unsauberer Krawattenknoten sofort auf.
Keine Dimple-Falte gesetzt
Die sogenannte „Dimple“, die kleine Falte direkt unterhalb des Knotens, sorgt für Tiefe und Eleganz. Ohne sie wirkt der Knoten oft flach und etwas steif.
Um die Falte zu erzeugen, drückst du mit zwei Fingern leicht unterhalb des Knotens in die Mitte der Krawatte, während du ihn nach oben ziehst. Dieser kleine Handgriff verleiht deinem Look sofort mehr Raffinesse.
Falscher Knoten zur Kragenform
Nicht jeder Krawattenknoten passt zu jedem Hemd. Ein doppelter Windsor kann bei einem sehr schmalen Kragen überdimensioniert wirken. Umgekehrt sieht ein sehr kleiner Knoten bei einem weit gespreizten Haifischkragen oft verloren aus.
Als Faustregel gilt:
- Ein schmaler Kragen harmoniert mit kleinem Knoten.
- Ein breiter Kragen harmoniert mit voluminösem Knoten.
Wenn du verschiedene Krawattenknoten binden kannst, bist du hier klar im Vorteil. Du kannst dann jeden Anzug perfekt stylen.
Krawatte nicht korrekt gelöst
Viele ziehen die Krawatte nach dem Tragen einfach über den Kopf. Das spart zwar Zeit, schadet aber langfristig dem Stoff und verformt deine Krawatte im Knotenbereich.
Öffne den Knoten der Krawatte immer in umgekehrter Reihenfolge der Bindeschritte. So bleibt das Material geschmeidig und deine Krawatte behält lange ihre Form.
Du hast Fragen?
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Dann zögere bitte nicht und kontaktiere uns einfach. Wir freuen uns auf ein Kennenlernen mit dir!


